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Warum rauchen so viele Jugendliche?
Rauchen gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Lebens vieler Jugendlicher. Dass es ungesund ist, weiß jeder. Aber warum tun es dann trotzdem so viele?
Ein 22-Jähriger Pirmasenser erzählt uns von seiner Cousine aus Amerika. Sie waren zusammen im Biergarten und er bot ihr ein Bier an. Sie ist 19. Die amerikanische Cousine war total
geschockt, dass ihr Alkohol angeboten wurde und lehnte das Bier ab. Nicht
einmal daran trinken wollte sie. Mit 16 darf man in den USA schon den Autoführerschein machen. Alkohol darf man erst mit 21 Jahren konsumieren. Bei uns ist das ganz anders. Offiziell
darf man „leichten“ Alkohol schon mit 16 Jahren trinken. Kaum ein 16-Jähriger probiert jedoch in diesem Alter sein erstes Bier. Auf Partys wird abends immer viel Alkohol ausgeschenkt. Der erste Rausch ist etwas
Besonderes. Auch wenn das Trinken immer selbstverständlicher wird, ist es trotzdem noch ein kleines Highlight für die meisten Jugendlichen. Deshalb bleibt es meist beim Wochenend-Trinken. Was im
Alltag aber noch viel selbstverständlicher bei deutschen Jugendlichen auftaucht, sind Zigaretten. Im Gegensatz zum Alkohol geht es mit den Zigaretten oft schon morgens im Schulhof los. Die Pirmasenser
Schulen, an denen es volljährige Schüler gibt, haben dafür extra Raucherecken eingerichtet. Ob in den USA oder im Deutschland vor 15 Jahren wäre das undenkbar. Schüler stehen in Gruppen auf dem Hof
und rauchen. Dadurch entwickelt sich oft eine Zwei-Gruppen-Gesellschaft. Wer gerne mit den leuten zusammen ist, die rauchen, der muss sich halt dazustellen und den ganzen Rauch mit einatmen.
Nicht angenehm, aber für manche schon gewohnt. Auch dass viele Minderjährige schon chronischen Husten haben, weil sie rauchen, ist für manche schon normal. Wie sich ihre Stimme mit 40 anhören wird,
kann man noch nicht ahnen. Denn unsere Elterngeneration hat schließlich nicht so früh angefangen. Wissenschaftlich belegt sind die gesundheitlichen Folgen des Nikotins allemal. Auch in
den Schulen wird ausdrücklich darauf hingewiesen. Im Biologieunterricht bekommen die meisten Klassen Dias oder Filme von Geschwüren und Raucherbeinen gezeigt. Anfürsich sehr abschreckend, müsste man
annehmen. Doch die anderen rauchen ja auch und ist soll ja nur ein bestimmter Prozentsatz sein, der irgendwann mal krank wird. Schade dass viele von uns nicht daran denken wollen, was in zwanzig Jahren ist.
Denn es wäre ja schön wenn man da immer noch jung und gesund wäre. Das Rauchen lässt mit der Zeit auch die Haut älter aussehen. Wenn man aber nur an die Gegenwart denkt, bleibt zu erwähnen dass die tägliche
Packung Zigaretten Unmengen an Geld verschlingt. Was man sich davon alles leisten könnte. Es scheint ja so vieles gegen das Rauchen zu sprechen. Warum tun es trotzdem so viele? Einerseits vielleicht weil sie >
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grundsätzlich das machen wollen, was ihnen als unmoralisch angepriesen wird. Wenn in der Zeitung steht, rauchen ist total ungesund, dann tun es viele weil sie etwas Unmoralisches machen
wollen. Tatsächlich glauben 17 % der 13-16-jährigen, dass rauchen cool ist (Quelle: Internet). Und fast 40% der jugendlichen Raucher tun es, weil es Freunde tun. Nach jedem Jahr rauchen müsste sich die Lunge 7 Jahre
regenerieren. Man stirbt also nicht gleich und je weniger man raucht, desto weniger schädlich ist es. Hört man also mit 17 auf, wenn man langsam alt genug wird, um zu merken, dass das gar nicht cool ist, sondern
viele sogar abschreckt? Meistens nein. Sechs von zehn jungen Rauchen denken öfter mal ans Aufhören. Doch die wenigsten können es. Was man anfangs nicht glaubt, wird dann doch klar. Es ist verdammt schwer,
aufzuhören. Das ist nämlich der Grund, warum viele 18-Jährige rauchen. Nicht aus Gruppenzwang oder weil man es gut fände. Nein, man kommt nicht mehr davon weg. Wenn man eine Weile nicht raucht wird man nervös, es
fehlt einfach etwas woran sich der Körper gewöhnt hat. Deshalb verlangt er danach. Zigaretten wirken auf viele beruhigend. Vor allem wenn man Stress hat, ob in der Schule oder bei den Eltern, greift man viel
schneller wieder zu der Packung und überlegt nicht lange, wie gut man das eigentlich findet oder nicht. Aus einem Spaß wird plötzlich eine Abhängigkeit, die einem schon irgendwo nervt. Wenn man täglich 15 Zigaretten
raucht, verliert man im Jahr rund 1000 Euro. Mit dem Geld wäre in gut einem Jahr schonmal der Führerschein bezahlt. Eine Studentin erzählt uns, dass sie heute rauche, weil es ihre Eltern schließlich geduldet hätten.
Hätten sie es verboten, hätte sie es sich wohl nicht angewöhnt. Die Schuld muss man nun nicht unbedingt den Eltern geben. Sie wollten halt nicht zu streng sein und hielten die Tochter für erwachsen genug, sich nicht
von so etwas abhängig zu machen. Wer verliert schon gerne seine Unabhängigkeit? Doch wenn die Eltern immer toleranter werden, sinken auch die Grenzen der Teenies. Was erlaubt ist, ist sowieso schon
selbstverständlich. Es werden immer neue Tabus
gebrochen. Wenn das Rauchen bei einigen Eltern und Schulen nicht schon länger toleriert würde, fielen vielleicht nicht weitere Grenzen. Nicht wenige haben auch schon anderes als Tabak geraucht. Ob
uns das nicht den Weg schwerer macht, unsere eigene Welt mal fortschrittlicher und dynamischer zu gestalten, als die unserer Eltern? Wer trinkt oder kifft muss nicht gleich ein Loser sein und muss auch nicht
an der nadel enden, das ist klar. Aber auf Dauer ist es echt vorteilhafter, sich mit Dingen zu entspannen, die einem nicht irgendwann das Leben schwer machen. Doch bis viele so erwachsen sind und das begreifen,
sind sie meist schon nikotinabhängig und können nicht emhr anders. „Keine Macht den Drogen“ könnte schließlich auch heißen: „Alle Macht für mich!“
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