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David hat seine Jacke in der Sport-Umkleide vergessen. Als er wieder zurück zur Schul-Sporthalle geht, ist schon abgeschlossen - Panik! Die Jacke ist nämlich eine absolut angesagte Marken-Lederjacke
für über 100 Euro. "So teuer?" werden sich jetzt manche Erwachsenen fragen, die keine Kinder haben. Solch teure Markenkleidung können sich nämlich die meisten Leute gar nicht leisten, selbst wenn sie einen
Job haben. Doch wenn Jugendliche trendy sein wollen, gehört das für viele dazu. Dementsprechend gefährlich ist es auch, wenn man seine Jacke in der Schule liegen lässt. Wenn die wegkommt, gibt es gleich richtig
Ärger. Und teure Sachen nimmt gerne mal jemand mit. Dann hätte David keine stylische Jacke mehr, in der er posen kann, mal abgesehen von einer Stoffjacke, die aber schon im letzten Jahr in war - die zeiht er
eigentlich nicht mehr an, sonst denkt vielleicht jemand, er sei out.
In vielen Ländern wie Großbritannien oder Australien müssen sich Schüler nicht durch die angesagtesten Klamotten profilieren. Dort gibt es nämlich Schul-Uniformen. Das ist erst mal ein abstoßender
Gedanke, dass jeder das Gleiche anhaben soll. Aber viele Probleme entstehen nicht, wenn jeder im schuleigenen Look unterwegs ist. Viele Eltern können sich das teure Marken-Einkleiden der Kids gar nicht leisten. So
werden deren Kinder in manchen Cliquen zu Außenseitern, nur weil die Kleidung nicht teuer genug war. Da fragt man sich, ob es nicht sinnvollere Kriterien gibt, Leute voneinander zu unterscheiden. Beispielsweise
könnte der cool sein, der vielen anderen bei den
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n vielen Ländern tragen die Kids Schuluniformen und es gibt keine Probleme damit
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Klassenarbeiten was vormachen kann oder der es schafft, das beste Klassenevent zu organisieren. Mit dem Markenmode-Wahn bleiben jedoch viele auf der Strecke, wo es gar nicht um
menschliche Qualität geht, sondern um eine sinnlose "Religion", deren Priester sich in den Marketingabteilungen von Replay oder Fila befinden. Firmen, die mit normaler
Textilqualität einfach eine Menge Kohle machen wollen, kleben besonders hohe Preise auf die Produkte. Wenn ein besonders hoher Preis draufsteht, muss man als Träger dieser Textilien auch
etwas Besonderes sein - so denken zumindest viele.
Bei der Schuluniform hätten in der Schule alle das gleiche Outfit, mal abgesehen von Frisuren oder Schminke bei den Mädels. Viele Schulabgänger freuen sich schon aufs Uniform tragen, wenn sie
danach zum Bund gehen - also wieso nicht auch in der Schule? Okay, nicht jeder steht auf Uniformen und nicht jeder will mal zum Wehrdienst. Mit der Einheitskleidung müsste man sich morgens
aber nicht mehr ewig überlegen, was man anziehn soll und es gäbe keinen Stress mit der Mama, weil man sich mal wieder zu aufreizend anziehe. Individuell wären die Uniformen aber nur
insofern, dass jede Schule eigene >
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Uniformen haben könnte. So erkennt
man, was aber auch wieder soziale Benachteiligungen zur Folge haben könnte, weil mancher Hugo-Baller einige Kirchbergler wegen des offensichtlich anderen Schulniveaus links liegen lassen
würde. Man könnte aber auch alle paar Jahre eine erwachsenere Uniform bekommen, zum Beispiel wenn man aus der Grundschule kommt und wenn man auf die Oberstufe wechselt. So wären
Schüler stolz darauf, schon weiter zu sein und auch die Uniformen würden zum Prestigeobjekt. Aber immerhin wären das Prestigeobjekte die man sich leisten könnte und die nicht nach
kurzer Zeit wieder out wären. Man würde sie nur gegen einen neuen Look wechseln, wenn man auch schulisch weitergekommen und vielleicht aus dem Unterstufen-Look sowieso rausgewachsen
wäre. Könnte man dies nicht mal als Pilotprojekt an einer Pirmasenser Schule ausprobieren? Das Design der Uniform könnte bei einem schulinternen Design-Wettbewerb festgelegt
werden. Andererseits will aber auch keiner in Kleidung rumlaufen, die vielleicht nur ein Schüler entworfen hat, den man möglicherweise nicht mag. An der Umsetzung kann man also noch
feilen. Jedenfalls könnten so die Kant-Oberstufler im einheitlichen Corporate Design auftreten, so wie es die Mitarbeiter bei Fastfood-Ketten oder in einem Pirmasenser Biergarten mehr oder weniger stolz tun.
Weitere Punkte zu dem Thema wären die Fragen, wer die Uniform bezahlt, ob die Lehrer auch im Our-Scool-Look auftreten müssten und ob man sie nur in der Schule tragen dürfte. Der Markenwahn
würde nach der Schule wohl trotzdem weitergehen - die Probleme wären also nicht vollständig gelöst. Wenn jüngere Geschwister nicht auf die gleiche Schule gehen, könnte man die Klamotten auch
nicht an diese weitergeben. Doch das kann man mit den Davids obertrendiger Lederjacke auch nicht, da sie gar nicht mehr in ist, wenn sein jüngerer Bruder in sie reinwächst. Ein Experiment wäre
es vielleicht wert, auch in der Pfalz mal Schuluniformen auszuprobieren. Zum Selberschneidern wäre eine Projektwoche angemessen. Wenn man dann mal seine Uniform vergisst, wird
sie vermutlich keiner klauen, denn wer stiehlt schon etwas, was jeder haben kann. Dann müsste sich David keine Gedanken um seine Lederjacke machen. Um die Geschichte noch aufzuklären:
David ging nach einer schlaflosen Nacht gleich am nächsten Morgen zum Hausmeister, der ihm die Umkleide aufschloss, in der seine Jacke noch lag. Zum Glück werden mittlerweile die
Schulumkleideräume abgeschlossen, da man das Problem des Diebstahls schon kennt. Doch schlimmer als für David wäre es für seine Eltern gewesen, wenn die Jacke weggekommen wäre. Denn
die müssen hart für das Geld arbeiten, mit dem sie ihm wieder eine neue Designerjacke gekauft hätten.
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