Zukunft in PS

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Meinungen: Ist Pirmasens noch eine Perspektive für junge Menschen?

Mark Schlick   Dozent der Stadt- und Freiraumplanung an der TU KL und an der FH KL, Assistent der Geschäftsführung der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V., Moderator, Musiker (Crime & Passion, Downwind) , Stimmenimitator

“Nachdem sich Pirmasens aufgrund gravierender struktureller Einschnitte (Weggang der Alliierten Streitkräfte, Niedergang der Schuhindustrie) einer völlig
neuen Situation und Herausforderung gegenüber sah und entsprechend reagieren musste, hat die Stadt mittlerweile wieder Wege gefunden, sich aus der strukturellen Notlage ein wenig zu befreien. Sicherlich ist es immer noch sehr schwer, sich aus den Negativfolgen der Globalisierung und Internationalisierung herauszumanövrieren, aber deshalb sei an dieser Stelle kurz auf einige positive Entwicklungen der letzten Jahre hingewiesen: Ansiedlung Fachhochschule (stetig steigende Zahl Studierender), Ansiedlung hochkarätiger IT-Unternehmen (Convar, PFI , Schweitzer-Architekten), Ansiedlung Exploratorium (Rheinberger-Komplex), Sitz von Kangoroos, Sitz von Rockland-Radio, Stärkung der Park-Brauerei, Revitalisierung Musikclub Quasimodo, Gestaltung Strecktalpark, unmittelbare Lage am Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen usw. . All diese Aspekte lassen mich in eine nicht allzu trübe Zukunft für PS blicken. Man kann nur hoffen, dass die Stadt durch eine gezielte Ansiedlungspolitik und unter Ausnutzung der eigenen Stärken, weitere "Leuchtturmprojekte" nach Pirmasens holt um im Konkurrenzkampf der Städte und Regionen bestehen zu können.”

Die Stadt Pirmasens ist in den letzten Jahren geschrumpft. Vor allem junge Pirmasenser zieht es immer mehr in andere Regionen - meist wegen des besseren Arbeitsangebots. Wir haben daher mal ein paar bekannte Pirmasenser befragt, was sie über die Zukunft von Pirmasens denken. Haben junge Pirmasenser hier in der Stadt auf Dauer noch eine Chance?

Michael Merl   Bernd Hummel GmbH, Schuh-Herstellung

“Wir sind der festen Überzeugung, dass die Stadt Pirmasens, Ihre Einwohner, und besonders auch die jungen Menschen auch in Zukunft in unserer Region eine gute Perspektive haben werden. Die politisch Verantwortlichen dieser Stadt haben in den letzten Jahren eine sehr gute Arbeit abgeliefert und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft neue Perspektiven aufgezeigt und positive Entwicklungen in Gang gebracht. Wir selbst fühlen uns als mittelständisches Pirmasenser Unternehmen der Stadt und der Region verbunden und stellen dies durch vielfältiges Engagement immer wieder unter Beweis.
Wir bilden seit vielen Jahren junge Menschen in unserem Unternehmen aus und konnten immer wieder nach Ende der Ausbildung qualifizierte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Mehr als 20% unserer aktuellen Belegschaft haben in unserem Haus ihre Ausbildung absolviert und wir sind stolz darauf sagen zu können, dass es einige von Ihnen bis in Führungspositionen geschafft haben. Die Zahl der Arbeitsplätze in unserem Unternehmen hat sich in den vergangenen acht Jahren verdoppelt und unsere Mitarbeiter finden bei uns qualifizierte und sichere Jobs. Dies ist es, was wir als unternehmerisch Verantwortliche dazu beitragen können. Was sich bei vielen Menschen in der Region ändern muss ist die Einstellung in den Köpfen. Dass Jammern muss aufhören und wir müssen die Aufgaben die vor uns liegen anpacken, dann werden wir auch in Zukunft noch qualifizierte Arbeitsplätze in dieser Region vorfinden.” 

 

Neuer Innenstadbau: Die neue VR-Bank gibt dem Schlossplatz seit Dezember ´06 ein neues Erscheinungsbild

Jasmin Bauer   Moderatorin im Offenen Kanal und Journalistin bei RLP-News.de

“Ich würde nicht pauschal sagen, dass alle jungen Pirmasenser auf Dauer keine Chance mehr in Pirmasens haben. Fakt ist, dass die Stadt mit 15 Prozent derzeit die größte Arbeitslosenquote in Rheinland Pfalz hat. Hoffnung auf neue Arbeitsplätze bietet der Umbau der ehemaligen Schuhfabrik „Rheinberger“. Dort sollen Restaurant, Büroräume, eine Arztpraxis und Geschäfte entstehen. Es kommt ganz darauf an, was jemand beruflich machen möchte. Ich glaube, dass es durchaus noch Arbeitsplätze in den größeren Firmen geben wird. Für die meisten Berufe müssen die Jugendlichen jedoch in eine andere Stadt ziehen. Die Stadt war für mich nach der Schule nicht mehr attraktiv, da mich auch die Studiengänge an der Fachhochschule nicht interessieren. Ich werde später höchstwahrscheinlich ganz in eine andere Stadt ziehen, um einen Beruf ausüben zu können, der mir auch Spaß macht.” 

Neue Messe: Auch die Messe ist für Pirmasens wichtig - hier wird gerade einiges modernisiert